Sinnvoller Einsatz von Beton
In einer Abwasserreinigungsanlage ist die Verwendung von Beton nahezu unverzichtbar. Die Projektverfasser legten großen Wert darauf, durch die Verwendung von hochwertigem Beton eine lange Lebensdauer des Bauwerks zu gewährleisten. Um Schwachstellen zu vermeiden, wurde weitgehend auf Materialwechsel verzichtet. Daher sind alle Bodenplatten aus Monobeton gefertigt. Auch die Lamellen an den Querfassaden, welche die Durchlüftung der Becken garantieren, wurden in Betonvorfabrikation erstellt.
Materialspezifische Innovationen
Die beiden Außenwände (bxh=18mx11m, Sichtbetonanforderung BOK3/S) wurden jeweils in einem genausten geplanten Betoniervorgang gefertigt. Dieser Prozess zeichnete sich dadurch aus, dass er ohne horizontale und quer verlaufende Fugen durchgeführt wurde, was nicht nur die strukturelle Integrität der Wände erhöht, sondern auch ein ästhetisch ansprechendes und nahtloses Erscheinungsbild gewährleistet. Die durchgehende Betonierung sorgt dafür, dass die Wände eine außergewöhnliche Stabilität erhalten.
Interdisziplinäre Ansätze
Bei diesem Projekt arbeiteten Architekt und Ingenieure eng zusammen, um die Vereinbarkeit von Gestaltung und technischem Nutzen der Anlage erfolgreich zu bewältigen. CSD fungiert als Gesamtplaner, während der Architekt als Fachplaner agiert, um sicherzustellen, dass technische und gestalterische Aspekte optimal aufeinander abgestimmt sind. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, kreative Lösungen zu entwickeln und die Effizienz sowie Nachhaltigkeit des GAK-Filters zu maximieren.
Ortsspezifische Gestaltung
Mit der Setzung des neuen Volumens im ehemaligen Nachklärbecken entsteht in Verbindung mit den umliegenden Infrastrukturbauten ein harmonisches und stimmiges Gesamtbild. Die vertikale Gliederung der Trapezblechfassaden der Bestandsbauten wird in der neuen profilierten Betonfassade, welche mittels Trapezbleche geschalt wurden, aufgegriffen und weitergeführt. So entsteht ein spannungsvoller Dialog zwischen Alt und Neu, der ästhetische Klarheit mit Funktionalität in einem Projekt vereint.
Gestalterisch-räumliche Konzeption
Das neue Volumen mit vier Filterzellen fügt sich präzise als funktionaler Block in das stillgelegte, runde Absetzbecken der ARA Muri ein und nutzt geschickt dessen bestehende Struktur. Die gegenüberliegenden reprofilierten Außenwände ragen über das Becken hinaus und setzen so einen markanten Akzent, der die Volumensetzung im ehemaligen Klärbecken betont. Die natürliche Belüftung der Filterzellen wird mittels Betonlamellen an beiden Querwänden architektonisch hervorgehoben.
Durchdachtes Tragwerk
Die reprofilierte Außenwände wurden ohne horizontale und vertikale Fugen in einer Betonieretappe erstellt, was die strukturelle Integrität erhöht. Jede Wand misst 18 Meter in der Länge und 11 Meter in der Höhe. Die Innenkonstruktion des Gebäudes besteht aus einer WU-Konstruktion (Weisse Wanne), die insgesamt 12 Becken auf drei Ebenen bildet. Diese Anordnung maximiert den Raum und zeigt, wie durchdachtes Design und präzise Ausführung zusammenwirken, um ein funktionales Gebäude zu schaffen.
Umfassende Nachhaltigkeit
Die GAK-Filtrationsanlage wurde in einem bestehenden und stillgelegten runden Nachklärbecken erstellt. Damit konnte einerseits die Erstellung einer Baugrube im anstehenden Grundwasser vermieden werden. Zum anderen konnte so der Ansatz verfolgt werden, bereits bestehende Betonstrukturen weiter zu nutzen.